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NICHT REALISIERT
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© e7 Energie Markt Analyse GmbH
Gründerzeit mit Zukunft: Innovative Modernisierung von Gründerzeitgebäuden
Das Ziel dieses Leitprojekts ist die forcierte ökologische Modernisierung von Gründerzeitgebäuden unter Anwendung innovativer technischer und organisatori-scher Lösungen. Dazu werden folgende Aktivitäten gesetzt:
• Entwicklung von multiplizierbaren Konzepten sowie innovativen technischen und organisatorischen Lösungen für die Gründerzeitgebäudesanierung,
• Umsetzung der Konzepte und Lösungen im Rahmen von mindestes fünf innovativen Demonstrationsprojekten,
• Verbreitung der Ergebnisse an die Zielgruppen Eigentümer und Hausver-waltungen, Planer und Architekten, Baugewerbe sowie internationale Ver-netzung.
Für die Umsetzung der Demonstrationsprojekte liegt bereits eine Reihe konkreter Objekte samt Absichtserklärungen der Gebäudeeigentümer vor.
| Fertigstellung: |
2009-2014 |
| Auftraggeber: |
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie |
| BearbeiterInnen: |
Schöberl & Pöll GmbH |
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e7 Energie Markt Analyse GmbH |
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ALLPLAN GmbH |
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Havel & Havel Beratungs GesmbH |
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BLUEWATERS Environmental Consulting |
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pos-architecture ZT KEG |
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GDI - Gemeinschaft Dämmstoff Industrie |
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ÖVI Österreichischer Verband der Immobilientreuhänder |
Endbericht.
Download Endbericht: Subprojekt 3 "Gründerzeit-Fenster- und Fassadenelement"
http://www.schoeberlpoell.at/download/forschung/endbericht_sp3_gruenderzeit_fenster.pdf
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Kurzfassung
Ausgangslage
Gründerzeitgebäude (Bauzeit ca. 1850-1918) sind sowohl durch das Volumen als auch durch die kulturhistorische Prägung des Stadtbildes ein wesentlicher Teil des Bau-bestandes von Wien und vielen anderen Städten im ehemaligen habsburgischen Einflussbereich. In Graz und Wien liegt der Anteil des Wohnungsbestands in Gründerzeitgebäuden zwischen einem Viertel und einem Drittel. Bezogen auf ganz Österreich befinden sich rund 600.000 und damit knapp ein Fünftel der Hauptwohnsitzwohnungen in den insgesamt 350.000 Gebäuden, die vor 1919 errichtet wurden.
Diese Objekte weisen zwar mehrheitlich eine gute Bausubstanz auf, erfordern jedoch aufgrund des Baualters, spezifischer Merkmale (wie z.B. gegliederte Fassaden, Kellergewölbedecke) und aufgrund des öffentlichen Wunsches nach Erhaltung des Stadtbildes spezielle Sanierungsmethoden und stellen an alle Beteiligten hohe Ansprüche in den Bereichen Gestaltung, Ökonomie und Umsetzung.
Die Stadt Wien ist im Hinblick auf die Altbausanierung und die thermisch-energetische Wohngebäudesanierung eine europäische Musterstadt, besonders der Wohnfonds Wien hat wesentlich zum Gelingen der Stadterhaltung und des Ensembleschutzes beigetragen. Nach mehreren Jahrzehnten der geförderten Altbausanierung können nun wesentliche Erfahrungen aus vergangenen Projekten abgeleitet werden, vor allem in Verbindung mit Erkenntnissen aus dem modernen Wohnbau in Niedrigenergie- und Passivhausstandard.
Bis in die jüngste Zeit wurden jedoch Sanierungsstrategien verfolgt, die das Wesen des gründerzeitlichen Althauses zu wenig beachteten und dies dadurch zu neuen, in diesem Bautyp vorher kaum zu beobachtende Baumängeln führte (z.B. Schimmelbildung durch zu dichte Fenster). Zusätzlich zeigen vorhandene Studien, dass Eigentümer von Liegenschaften mit gründerzeitlichem Althausbestand über bestehende Möglichkeiten zur Sanierung nicht ausreichend informiert sind, und wesentliche Hemmnisse rechtlicher, sozialer und ökonomischer Natur spezifische technisch-gestalterische Lösungen verhindern.
So spielen bei der energetischen Sanierung in Gründerzeitgebäuden die Vorschriften des Mietrechtsgesetzes eine tragende Rolle. Zu beachten ist etwa die Frage, in welchem Aus-maß die Investitionskosten in der Mietzinsbildung Berücksichtigung finden können. Zum anderen können energieoptimierende Maßnahmen einen Eingriff in bestehende Mietrechte bedeuten und daher allenfalls die Zustimmung der Mieter erfordern. Insbesondere bei hoch innovativen Sanierungen kann z.B. die Nachrüstung einer Lüftungsanlage (einschließlich der Frage der Erhaltungspflichten) eine Reihe von wohnrechtlich relevanten Fragen aufwerfen.
Schließlich wurde mit der Umsetzung des verpflichtenden Energieausweises bei Verkauf und Vermietung von Immobilien entsprechend der EU-Gebäuderichtlinie in jüngster Zeit die Aufmerksamkeit verstärkt auf die energietechnischen Qualitäten von Gründerzeitgebäuden gelenkt. Dabei kann festgestellt werden, dass gründerzeitliche Althäuser im Durchschnitt zwar bessere Energieeffizienzklassen aufweisen, als z.B. jene aus den 50er und 60er Jahren, die Potentiale einer qualitativ hochwertigen thermisch-energetischen Sanierung in den meisten Fällen jedoch nicht ausgeschöpft werden. Dies gilt v.a. für die Vielzahl jener gründerzeitlichen Objekte, die mittlerweile nicht mehr über eine gegliederte Fassade verfügen.
Ziel
Das Ziel dieses Leitprojekts ist die forcierte ökologische Modernisierung von Gründerzeitgebäuden unter Anwendung innovativer technischer und organisatorischer Lösungen. Dadurch soll die thermisch-energetische Qualität von zukünftigen Sanierungen deutlich verbessert und damit ein Beitrag zu einem CO2-neutralen Gebäudesektor geleistet werden.
Dazu werden im im Rahmen dieses Leitprojekts die folgenden Aktivitäten gesetzt:
• Entwicklung von multiplizierbaren Konzepten sowie innovativen technischen und organisatorischen Lösungen für die Sanierung von Gründerzeitgebäuden,
• Umsetzung der Konzepte und Lösungen im Rahmen von mindestes fünf innovativen Demonstrationsprojekten (samt Dokumentation und Begleit-monitoring),
• Verbreitung der Ergebnisse an die Zielgruppen Eigentümer und Hausverwaltungen, Planer und Architekten, Baugewerbe sowie internationale Vernetzung.
Mit den Demonstrationsprojekten sollen Wege aufgezeigt werden, wie die technischen, wirtschaftlichen, sozialen und rechtlichen Hindernisse bei der innovativen Sanierung von Gründerzeitgebäuden überwunden werden können. Dadurch sollen aus dem Leitprojekt außerdem verlässliche Erkenntnisse für die weitere Entwicklung von förder- und wohnrechtlichen Rahmenbedingungen gewonnen werden.
Bei der Umsetzung der Projektziele im Rahmen der einzelnen Subprojekte (sh. Kap. 1.2) orientiert sich das Projektteam an folgenden handlungsleitenden Kriterien:
• deutliche Verbesserung der Energieeffizienz in den sanierten Objekten,
• forcierter Einsatz von erneuerbaren Energieträgern in Gründerzeitgebäuden,
• deutliche Verbesserung des Nutzerkomforts,
• Entwicklung von praxistauglichen und wirtschaftlich umsetzbaren Lösungen,
• hohe planerische und gestalterische Qualität der umgesetzten Maßnahmen.
Als erste Orientierung für die konkrete Umsetzung dieser Ziele hat sich das Projektteam (sh. Kap. 3) im Zuge der Vorbereitung dieses Leitprojekts auf ein Anforderungsprofil für die innovative Sanierung von Gründerzeitgebäuden verständigt, das als Leitlinie die wichtigsten Zielgrößen für die Umsetzung der Demonstrationsprojekte herangezogen wird.
Sanierungsbereich Maßnahmen/ Kriterien derzeit üblicher Sanierungsstandard innovativer Ansatz
Energieperformance HWB- Heizwärmebedarf (OIB) ca. 50-80 kWh/m²a 10-30 kWh/m²a
Umweltfreundlichkeit CO2 Bilanz spielt keine Rolle deutliche CO2-Einsparung
Gebäudehülle Gebäudehülle-Dichtheit keine besonderen An-forderungen Dichte Hülle, Blower-Door Test laut Passivhausstandard
Anschlüsse, Fugen teilweise werden Wärmebrücken in Kauf genommen Vermeidung jeder Wärmebrücke im wirtschaftlich darstellbaren Bereich
Fenster, U-Wert gesamt 1,1 W/m²K 0,8 W/m²K
Innendämmung kaum eingesetzt Klärung der technischen Erfordernisse für sicheren Einsatz
Gestaltung, Funktion Außendämmung bei ge-gliederter Fassade keine Dämmung Klärung der Alternativen
Gründerzeit-Fenster Sanierung Altfenster oder Ersatz durch voluminöse moderne Profile Klärung möglicher Alternativen in Form eines neuen Fenstertyps mit ge-stalterischem und funktionellem Mehr-wert.
Wohnkomfort, Gesundheit hygienisch erforderliche Lüftung über Fensterlüftung oder Abluftanlage Komfortlüftung mit Wärmerückgewin-nung
Baumaterialien keine besondere Be-handlung ökologische Baustoffe, Chemikalien-management auf der Baustelle
Energieversorgung Heizungserneuerung Gasthermentausch Zentrale Versorgung
Erneuerung Warmwasserversorgung Gasthermentausch Zentrale Versorgung
Energieträger Fossil, Gas Fernwärme, Erneuerbare
Stromversorgung Netz möglichst hoher Anteil aus hauseigener Photovoltaik
Stromverbrauch keine Berücksichtigung stromsparende Ausführung der Allgemeinbeleuchtung und Haustechnik (Pumpen)
Wasserversorgung Leitungen komplette Erneuerung ökologische Materialwahl, Doppelleiter-system für Trink- und Brauchwasser
Wasser-System konventionelle 100% Versorgung durch Trinkwasser alternativ prüfen auf wesentliche Trink-wassereinsparung durch Brauchwasser-system über Regenwasser.
Wohnqualität privater Freiraum kaum behandelt privater Freiraum-Balkon, Dachterras-sen,
Objektübergreifende Synergien Wärmeversorgung nicht behandelt gemeinsame Versorgung mehrer Häuser, Gruppensanierung
Stellplätze nicht behandelt sinnvolle Zusammenlegung, Eignung für Car-Sharing
Tabelle 1: Entwurf eines Anforderungsprofils für die innovative Sanierung von Gründerzeitgebäuden (Quelle: pos architekten; Input für die Workshops des Projektkonsortiums im Februar 2009)
Anhand der dargestellten Kriterien wird deutlich, dass die angestrebten Konzepte und Lösungen deutlich über den bisherigen Sanierungsstandard von Gründerzeitgebäuden hinausgehen und nur unter Einsatz hoch innovativer Technologien und Maßnahmen erreichbar sind. So ist zu erwarten, dass mit den umgesetzten Demonstrationsprojekten erstmals der Einsatz von modernen kontrollierten Lüftungsanlagen in Gründerzeitgebäuden erfolgen wird.
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